Kurzportrait Seminarwerk AIDS e.V.

Die meisten Informationen zur HIV-Infektion werden nicht aus Sicht der Betroffenen geschildert, sondern sind mit medizinischen Fachtermini gespickt.
Sie geben zu wenig Antworten auf die tatsächlichen Fragen der Patienten und orientieren sich primär an der Denkweise der Mediziner.
Beide Perspektiven müssen jedoch berücksichtigt werden, um eine angemessene Wissensvermittlung zum Thema HIV und AIDS zu gewährleisten.
Die aktuellen Möglichkeiten der Betreuung, eine Sensibilisierung der Bevölkerung, Prävention und Erfahrungsaustausch für alle beteiligten
Berufsgruppen und die Betroffenen sowie Einblicke in die spezifische Problematik der HIV-Infizierten und an AIDS Erkrankten werden nirgendwo
aus einer Hand angeboten. Diesen Mangel möchte das Seminarwerk AIDS e.V. beseitigen.

Schwerpunkt der Arbeit des Seminarwerks AIDS e.V. liegt in der Organisation von Veranstaltungen, die entweder in reiner Vortragsform, als Seminar,
als Podiumsdiskussion oder Erfahrungsaustausch in Kleingruppen konzipiert sind. Der Wissenstransfer und die Auseinandersetzung mit dem
jeweiligen Thema werden oftmals in Kooperationen mit kirchlichen, medizinischen, universitären oder gesundheitspolitischen Institutionen gestaltet.
Als Zielgruppe sind die engagierte Öffentlichkeit, Multiplikatoren, medizinische Fachberufe und AIDS-Fachkräfte sowie die Betroffenengruppen
angesprochen.

Die Aktualität und Spannbreite der angebotenen Themen sind, geprägt durch den berufsbedingten Schwerpunkt der Seminarwerksleitung,
präzise auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausgerichtet. Die Integration der verschiedenen Berufsgruppen und auch die Vernetzung mit dem nahen
Ausland – der Euregio – bietet die Möglichkeit, aus verschiedenen Erfahrungen zu lernen und das Qualitätsniveau zu optimieren.

Aufklärung, Information und Wissenstransfer können vielerlei bewirken: So können die Betroffenengruppen effektiv über Prävention und
Verbesserung der Lebensumstände informiert und Infektionsrisiken minimiert werden. Die Arbeit der AIDS-Fachkräfte kann effizienter durchgeführt
und eine Vielzahl von Multiplikatoren kontinuierlich mit den notwendigen Informationen versehen werden.

Das Seminarwerk AIDS e.V. wird zum Teil durch die Stadt Aachen finanziert. Weitere Unterstützung setzt sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden
und ehrenamtlicher Arbeit zusammen. Die Finanzierung ist aufgrund gekürzter öffentlicher Mittel immer wieder neu zu strukturieren.

Das Seminarwerk AIDS e. V. kann sich rühmen, für Aachens Reputation ein stückweit beigetragen zu haben. Denn der Verein erhielt Anfang 1996 eine erfreuliche Mitteilung aus dem Gesundheitsministerium NRW. Trotz der Vielzahl der Bewerber aus ganz Nordrhein-Westfalen hat das Seminarwerk AIDS e. V. mit dem dritten Preis im Rahmen des Projektverbundes „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen“ die Nase ganz weit vorne. Die Vortragsreihen, Seminare und Workshops des Seminarwerks haben – so die Laudatio – zur Information und Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung und der Fachöffentlichkeit entscheidend beigetragen und damit die Situation von HIV-Infizierten verbessert. Besonders anerkannt wurde der innovative Charakter des Projektes sowie die vernetzende Funktion der Weiterbildungsangebote in der AIDS-Versorgung.

Das Seminarwerk AIDS e. V. ist aufgrund seiner Gemeinnützigkeit und seiner Zielsetzung auf Spenden privater Förderer angewiesen. Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

Kurzportrait und Leitbild AIDS-Hilfe Aachen e.V.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – Leben mit AIDS in Aachen

Anfang der achtziger Jahre trat AIDS als Phänomen zum ersten mal auf. Informationen waren spärlich und lösten Unsicherheit und Angst aus. Menschen, die sich direkt oder vermittelt bedroht fühlten, gründeten in Deutschland die ersten AIDS-Hilfen. In Aachen wurde im Jahr 1986 der Verein AIDS-Hilfe Aachen e.V. gegründet. Mit wachsenden Bedarf richtete der Verein eine Beratungsstelle ein, die zunächst Information und eine anonyme Telefonberatung für die Öffentlichkeit anbot. Konkretes Wissen über die Übertragungswege ermöglichten den Aufbau von Aufklärungsarbeit. Immer häufiger suchten HIV-infizierte Menschen und deren Angehörige Unterstützung. Dies führte zur Einrichtung einer Positivengruppe, psychosozialer Begleitung und einer persönlichen Beratung für Menschen mit HIV. Seit 22 Jahren begleiten wir das Leben mit AIDS in der Region Aachen und dem nahen Ausland. Entsprechend aktueller Entwicklungen haben wir unsere Angebote ausgebaut und angepasst. Heute stellen wir uns als professionelle Beratungsstelle dar, in der hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Angebote in Kooperation umsetzen.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – selbstbestimmt und vernetzt

Wir sehen die Wurzeln unserer Organisation in der Selbsthilfe. Wissen um die eigenen Möglichkeiten, selbstbestimmte und auch selbstverantwortete Entscheidungen sind die unabdingbaren Voraussetzungen dafür, sich zu helfen. Dieser Gedanke leitet uns im Umgang mit den Menschen mit HIV und AIDS und ihren Lebenswelten. Durch diese Haltung wird unsere Aufklärungsarbeit wirksam. Sie prägt im Verein die Zusammenarbeit von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In der Konzeptualisierung und Ausgestaltung unserer Arbeit nutzen wir unsere Chancen, selbstbestimmt Schwerpunkte zu setzen, um der Dynamik der Krankheit zu entsprechen. Zur Erweiterung unserer Möglichkeiten vernetzen wir uns mit verschiedensten Institutionen, Dachverbänden und Selbsthilfeprojekten, die sich in ihrer Arbeit mit dem Thema AIDS und Menschen aus unseren Zielgruppen auseinander setzen.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – integrativ nach innen und außen

HIV und AIDS beeinflussen das Leben von Individuen, aber auch die gesellschaftliche Bewertung sozialer Gruppen und ihrer Lebenswelten. Einige Lebenswelten sind besonders mit den Auswirkungen von HIV konfrontiert. In ihnen sind viele Menschen infiziert, HIV wirkt sich auf die gesellschaftliche Bewertung ihrer Lebenswelt besonders aus. Im besonderen Maße trifft dies zu auf die Lebenswelten schwuler Männer, drogengebrauchender Menschen, von Frauen und Jugendlichen sowie von Menschen aus Ländern, in denen HIV und AIDS verstärkt auftreten. Wir bewerten diese Lebenswelten positiv. AIDS-Hilfe stellt einen Raum der Begegnung dar. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AIDS-Hilfe entstammen diesen Gruppen. Gefördert wird die individuelle Standortbestimmung und eine positive Bewertung der eigenen und fremder Lebenswelten. Lebenswelten setzen sich auseinander, berühren sich und bündeln ihre Kompetenzen in ihrer Arbeit und in ihrer Wirkung nach außen. Auf gesellschaftlicher Ebene ist ein wichtiges Arbeitsziel, die Interessen dieser Lebenswelten zu schützen und zu stärken.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – innovativ und ressourcenorientiert

Uns leitet die Idee, dass alle Menschen über die Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen, mit denen sie in Lebenskrisen individuelle Lösungsstrategien entwickeln. Unser Ziel ist es, diese Ressourcen aufzuspüren, sie bewusst zu machen und zu fördern. Auf diese Weise können wir aus den Ressourcen der Menschen, die bei uns mitwirken und die bei uns Hilfe suchen, schöpfen. HIV und AIDS beschneidet die Möglichkeiten der Lebensgestaltung Einzelner wie auch sozialer Gruppen. Gerade hier ist es erforderlich, Kompetenzen des Einzelnen und seiner Lebenswelt wieder zugänglich zu machen und zu fördern. Nur wer selbstbestimmt und verantwortungsvoll handeln kann, kann sich und andere vor neuen Infektionen schützen, kann sein Leben mit der Infektion gestalten. Durch unsere Arbeit mit den verschiedensten Menschen und Lebenswelten haben wir gelernt, dass es nicht nur eine Sicht der Wirklichkeit gibt. Innovativ wird AIDS-Hilfe durch die Anerkennung und den respektvollen Umgang mit diesen vielfältigen Wirklichkeitsauffassungen. Wir machen sie nutzbar für individuelle Lösungsstrategien, für die Entwicklung unserer Angebote und Konzepte und für die Einflussnahme auf die gesellschaftliche Bewertung von HIV und AIDS.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – bedürfnis- und bedarfsorientiert

Wir orientieren uns an den individuellen Bedürfnissen, die Ratsuchende und Zielgruppen formulieren. Sie sind damit Ausgangspunkt für den Beratungs- und Aufklärungsprozess selbst und nehmen Einfluss auf die Ziele der Arbeit. Durch stetige Reflektion der an uns heran getragenen Bedürfnisse zeichnet sich der generelle Bedarf an Angeboten und erforderlichen Vernetzungen in der Region ab. Wo dieser Bedarf akut deutlich wird, wird er durch unsere Beratungsstelle mit ihren bestehenden Angeboten zunächst aufgefangen. Wir machen den Bedarf sichtbar und streben dauerhafte Lösungen an. Hierzu entwickeln wir neue eigene Angebote, vernetzen bestehende Einrichtungen weiter und engagieren uns bei der Änderung politischer Rahmenbedingen. Die Dynamik der medizinischen Entwicklung, die uns zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen und Kooperationspartner sind die Grundlage und markieren den Handlungsspielraum für unsere Orientierung an Bedürfnissen und Bedarf.

AIDS-Hilfe Aachen e.V. – lust- und lebensorientiert

AIDS ist nicht heilbar, auch wenn sich die Möglichkeiten zur Behandlung wesentlich verbessert haben. AIDS konfrontiert mit der eigenen Endlichkeit. AIDS beschränkt das Erleben von Sexualität und Rausch. Wir setzen der Begrenzung des Lebens die bewusste Gestaltung von Qualität entgegen, helfen den Jahren Leben zu geben. In diesem Spannungsfeld unterstützen wir den Einzelnen – mit der Bewusstheit über die eigene Endlichkeit – Lust, Sexualität und Rausch genussvoll zu leben und in eigener Verantwortung positiv zu gestalten. Wir helfen individuelle Ressourcen, Fähigkeiten, Begabungen und Freuden zu nutzen und unterstützen so mit Wertschätzung und Achtung den individuellen Weg, Lebensziele und Lebensträume eigenverantwortlich zu formulieren und umzusetzen. Unsere lebensbejahende Haltung vermitteln wir auch in unserer Aufklärungsarbeit.